Der Spielplatz ist ein Dschungel

T-Shirt von Sticky Fudge

Von Arschlochkindern und Spielplatzrambos

Manchmal möchte man als Mama einfach mal ein Kind verhauen. Nicht dass wir das wirklich tun würden, aber der Impuls ist da.

Der Spielplatz ist ein eigenes Universum. Eine Welt, die allen Nicht- Eltern verborgen bleibt und alle Neu- Eltern vielleicht schockiert. Die Realität hat nichts, aber auch wirklich gar nichts mit der romantischen Idee von friedlich fröhlich spielenden Kindern zu tun. Da wird gequengelt und gebissen, an Haaren gezogen und Sand geworfen.

Hier die Ergebnisse aus 1,5 Jahren Feldstudie an der vordersten Front.

Die 5 Kategorien der Spielplatzrowdies

Der Dieb

Er muss alles haben, egal ob es ihm gehört oder nicht. Gnadenlos werden Schäufelchen weggenommen und Bälle geklaut. Nur um sie dann in der Ecke liegen zu lassen und vornehmlich kleineren Kindern versteht sich.

Das Highlight dieser Sorte begegnete uns im Babycafe. Der diebische Zwerg war eifrig damit beschäftigt allen anderen Kindern das Spielzeug wegzunehmen. Die Mama stand daneben und kommentierte das Geschehen mit einem freudigen: „Da zeigt sich halt schon früh die Dominanz.“ Was soll man da noch sagen? Wenig später rollte „Dominanz“ ob des Verlustes eines gelben Balles heulend und tobend über den Boden… Und nein, es wächst sich nicht aus. Neulich beobachtete ich einen Jungen im Alter von 10 der emsig 2-jährigen Knirpsen einen Ball wegnahm. Der Ball gehörte weder ihm noch wollte er damit spielen…

Der Horter

Er hortet seine Beute. Alles was er mal in den Fängen hat wird gehamstert und verteidigt. Und man glaubt gar nicht welche Kräfte solch kleine Fingerchen haben… Wir haben Szenen erlebt, sag ich euch… Verzweifelte Eltern die sich im Team (!) vergeblich (!) bemühten ihren heulenden Liebling zur Rückgabe des blauen Sandförmchens zu überreden.

Hier sieht man das Resultat der richtig bemühten Kuschelpädagogen. Minimonster, die für ihre Eltern Entscheidungen treffen, und Eltern, die „Deals“ mit ihren 3-jährigen Zwergen aushandeln. *kopfschüttel* Ich bin da eher von der Sorte: „Das gehört dem Kind da, gib’s zurück!“. Und zack, aus die Maus. Das Spielzeug landet in den Händen des Besitzers. So einfach.

Der König der Welt

Diese Monster kommen mit dem Laufrad und beschriftetem Sandspielzeug. Sie toben über den Spielplatz als ob sie alleine auf weiter Flur wären. Die anderen Kinder sollen doch gefälligst Platz machen. Rücksichtslos und egoistisch. Im Zweifel werden die anderen zur Seite gedrängelt oder mit Nachdruck von der Schaukel geschubst. Die Sorte der „nach mir die Sintflut“ Kinder nimmt langsam überhand. Lustig wird’s wenn mehrere „Könige der Welt“ aufeinander treffen. 😀

Doch so mies ist die Prognose für diese Kinder nicht: Das ist wahrscheinlich die Managergeneration von morgen.

Der Spielplatzrambo

Mit Sand werfen, schubsen, pieksen, hauen. Der Rambo verfügt über eine breite Palette an Fähigkeiten. Absolut inakzeptabel und zum Glück nicht allzu oft vertreten.

Hier ist Sensibilität gefragt. Es ist zwar schwierig aber es sieht halt doof aus wenn man als Mama so einen Knirps mit Sand bewirft. Und ja: Asoziales Arschlochverhalten ist nicht angeboren. Haltet mal Ausschau nach den lieben Eltern…

Der Frechdachs

Spätestens wenn du als Mama mit „Hey Puppe!“ von einem 8-jährigen begrüßt wirst weißt du, du bist am falschen Spielplatz gelandet. 😀 Wenn man den Minimonstern in freier Wildbahn mal lauscht bekommt man einiges zu hören. Und, mal abgesehen von Sprachfehlern (völlig normal und manchmal richtig entzückend), tiefstem Dialekt (normal aber nicht meins) und Freestylegrammatik ist das was man da so hört schon richtig abenteuerlich. Da wird geschimpft und geflucht und sowieso ist jeder ein „Alter“, auch wenn er grad mal über den Zaun gucken kann.

Mein Göttergatte und ich fluchen auch. Manchmal auch ganz schön viel. Es hätte mich ehrlich gesagt nicht gewundert wenn das erste Wort unseres Monstermädchens „Fuck!“ gewesen wäre. Aber wir fluchen über Dinge! Hauptsächlich beim Arbeiten. Und beim Autofahren. 😀 Da bin ich auch zu straight oder zu faul um dann jedes Mal „Sch…eibenkleister!“ zu sagen. Im MITEINANDER pflegen wir einen höflichen und respektvollen Umgang. Das war immer so und das wird auch immer so sein, weil mir das wichtig ist. Und „Hey Alter, du Hurenkind.“ ist ein Satz den ich nicht unbedingt im Sandkasten hören möchte.

Wir rüsten uns bereits mental für die nächsten Jahre und arbeiten an adäquaten Strategien im Umgang mit den oben genannten Kandidaten.

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